Was ist Schüchternheit?
Als schüchtern gelten Menschen, die in den verschiedensten sozialen Situationen scheu, ängstlich und zurückhaltend sind. Sie haben Angst vor der Beachtung durch die Mitmenschen, vor allem vor negativer Beachtung. Weitere Kennzeichen der Schüchternheit sind fehlender Mut und fehlende Durchsetzungsfähigkeit. Die Ursachen sind sehr vielfältig, typisch sind mehr oder weniger ausgeprägte Minderwertigkeitskomplexe und mangelndes Selbstbewusstsein. Schüchterne Menschen glauben generell “nicht gut genug” zu sein und haben eine große Angst vor Ablehnung. Beim Zusammentreffen mit den Mitmenschen können auch körperliche Symptome wie Erröten, Schwitzen, Herzrasen u.ä. auftreten. Die Körperhaltung ist oft gebeugt, Blickkontakt wird vermieden.
Allgemeine Folgen von Schüchternheit
Typisch für schüchterne Menschen ist, dass sie Situationen meiden, vor denen sie Angst haben. Sie ziehen sich von ihren Mitmenschen zurück, scheuen Auseinandersetzungen, können nicht “Nein” sagen, trauen sich nicht, sich für eine bestimmte Stelle zu bewerben oder den Traummann bzw. die Traumfrau anzusprechen. Ein Alptraum für schüchterne Menschen sind alle Situationen, wo sie im Mittelpunkt stehen, zum Beispiel wenn sie einen Vortrag halten oder sich nur in einer Diskussion zu Wort melden sollen.
Der soziale Rückzug bringt für den Schüchternen zwar kurzfristig Entlastung, langfristig schadet er ihm jedoch. So trauen sich Betroffene nach und nach immer weniger zu und ziehen sich ganz in sich zurück. Sie leiden jedoch unter dieser Situation und möchten gern etwas ändern, wissen nur oft nicht wie. Dies unterscheidet schüchterne Menschen von introvertierten Menschen, die sich gern und freiwillig ganz oder teilweise zurückziehen, um mit sich allein zu sein. Von Schüchternheit sind ca. 5 bis 10 Prozent der Bevölkerung betroffen. Ein kleiner Teil von Ihnen leidet auch unter der verschärften Form der Schüchternheit, der Sozialen Phobie.
Was können Betroffene tun?
Wichtig ist es, dass Schüchterne den Teufelskreis des Vermeidenwollens durchbrechen und sich Schritt für Schritt genau den Herausforderungen stellen, vor denen sie Angst haben. Am erfolgreichsten ist dabei der Weg der kleinen Schritte. Wer es zum Beispiel erfolgreich gemeistert hat, einen Fremden nach dem Weg zu fragen oder um Hilfe zu bitten, der kann sich nach und nach größeren und komplexeren Aufgaben im Zusammenhang mit den Mitmenschen stellen.