Schüchtern als Frau
Da Frauen jahrzehntelang als ruhiger, zurückhaltender und passiver als Männer galten, könnte man zu der Auffassung kommen, Schüchternheit sei gerade bei ihnen weit verbreitet. Dies muss jedoch nicht unbedingt so sein, auch wenn natürlich ein gewisser Prozentsatz der Frauen als ausgesprochen schüchtern gilt.
Schüchterne Frauen leiden, genau wie andere betroffene Personengruppen vor allem unter Minderwertigkeitskomplexen und dem Gefühl, sie seien nicht gut genug, was sich oft auch darin äußert, dass sie denken, sie seien nicht schön oder attraktiv genug.
Schüchternheit wird bei Frauen viel eher toleriert als bei Männern und ist oft sogar eine gern gesehene Eigenschaft. Oft sind schüchterne Frauen besonders fleißig, genügsam und versuchen, es allen recht zu machen. Sie trauen sich nicht zu, eine eigene Meinung konsequent zu vertreten.
Diese Eigenschaften führen dazu, dass die betroffenen Frauen ihre Fähigkeiten und Talente oft nicht ausleben können, was sich vor allem auf das berufliche Fortkommen und ihre Karrierechancen negativ auswirken kann. Schüchterne Frauen sind daher oft in traditionellen Frauenberufen, wo es vor allem auf das Dienen ankommt, tätig. Viele möchten gern selbstbewusster sein und aus ihrer Rolle heraus, sie wissen nur oft nicht wie. Ohne professionelle Hilfe ist dies auch meist nicht möglich, da die gewohnten Verhaltensmuster gerade bei Frauen oft sehr tief sitzen und verinnerlicht wurden.
Auch im Privatleben, vor allem bei der Partnersuche kann sich Schüchternheit bei Frauen negativ auswirken. Früher fiel dem Mann traditionell die Rolle des Eroberers zu und die Frau verhielt sich passiv. Dies ist jedoch heute nicht mehr die gesellschaftliche Norm. Auch von Frauen wird ein gewisses Selbstbewusstsein erwartet.
Frauen, die gern etwas gegen ihre Schüchternheit tun möchten, haben dazu viele Möglichkeiten. Neben verschiedenen psychotherapeutischen Verfahren kommen auch Rhetorikkurse, Motivationstraining oder Persönlichkeitsbildungskurse in Frage.